Polymer Additive Manufacturing für die industrielle Produktion

Polymer Additive Manufacturing (Polymer AM)

Die Additive Produktion mit Kunststoffen - Polymer Additive Manufacturing (Polymer AM) - erlaubt die Fertigung von Bauteilen in nahezu allen Formen. Die Kunststoffe weisen zwar nicht die Festigkeiten von Metallen auf, sind jedoch deutlich leichter und günstiger. Es lassen sich bereits Materialien aus fast allen Kunststofffamilien von den Thermoplasten über den Duroplasten bis hin zu den thermoplastischen Elastomeren additiv verarbeiten.

Am Fraunhofer IAPT passen wir Design- und Prozessparameter für neue Materialien an und entwickeln neue Systemkomponenten für die thermoplastischen Verfahren der Additiven Fertigung.

Wann lohnt sich Polymer AM?

Die Polymer AM bietet sich an, um seriennahe Materialien in Prototypen und Vorserienbauteilen umzusetzen und auf Anwendungen in industriellen Großserien zu übertragen. 

Material Extrusion (MEx) zeichnet sich durch eine besonders große Materialvielfalt, einen robusten Prozess sowie sehr große Bauräume aus.

Selektives Lasresintern (SLS) bietet hingegen isotrope Materialeigenschaften, benötigt keine Stützstrukturen und ist insbesondere bei höheren Stückzahlen bis hin zur Kleinserie wirtschaftlich attraktiv.

Wie unterscheiden sich Polymer AM Verfahren?

Selektives Lasersintern

Selektives Lasersintern (SLS) ist ein Pulverbettverfahren zur Herstellung additiv gefertigter Bauteile aus Kunststoff mit einer hohen Design-Freiheit. Am Fraunhofer IAPT bieten wir Druckdienstleistungen, Mitarbeiterschulungen sowie Material- und Prozessentwicklungen an.

Material Extrusion (MEx)

Die Material Extrusion (MEx) ist ein Extrusionsverfahren, das sich zur kostengünstigen Herstellung niedrigkomplexer Einzel- bis Kleinserienanwendungen eignet. Wir sind spezialisiert auf die Anlagen- und Prozessentwicklung zur Verarbeitung gefüllter und ungefüllter Kunststoffe.  

Silikondruck

Der Silikondruck ist ein additives Verfahren zur Erzeugung niedrigkomplexer Einzel- bis Kleinserienanwendungen aus hochelastischen silikonbasierten Materialien. Am Fraunhofer IAPT fokussieren wir uns auf die Anlagen- und Prozessentwicklung des Silikondrucks auf der Basis der MEx.

Auswahl des richtigen Polymer AM Verfahrens

Polymer AM Verfahren arbeiten mit unterschiedlichen Kunststoffen, AM-Materialien und 3D-Druck Technologien. Finden Sie die richtige Technologie für Ihr Projekt.

Wie funktioniert selektives Lasersintern?

Das selektive Lasersintern ist ein additives pulverbettbasiertes Fertigungsverfahren. Die Herstellung eines SLS-gefertigten Bauteils findet in vier aufeinanderfolgenden und sich schichtweise wiederholenden Prozessschritten statt. Im ersten Schritt wird die Bauplattform mit dem pulverförmigen Ausgangsmaterial beschichtet. Anschließend beheizen IR Strahler das Pulver. Entlang der Schichtinformation werden die zu generierenden Bauteilkonturen selektiv mit einem Laser-Scanner-System aufgeschmolzen. Zuletzt wird die Bauplattform um eine definierte Schichtstärke herabgesenkt. Alle Prozessschritte werden so lange wiederholt bis alle Bauteile in einem Baujob generiert sind.

© Fraunhofer IAPT

Wie funktioniert Material Extrusion (MEx)?

Die Material Extrusion ist ein additives extrusionsbasiertes Fertigungsverfahren. Das Rohmaterial kann hierbei strangförmig als Filament (Fused Filament Fabrication - FFF) wie auch als Granulat (Fused Granulat Fabrication - FGF) vorliegen.

Eine Extrusionseinheit erwärmt den Kunststoff und legt einen Strang entlang der definierten Bauteilinformation schichtweise auf eine wahlweise beheizte Bauplattform ab. Die Bauplattform wird anschließend um eine definierte Schichthöhe gesenkt und der Vorgang wird solange wiederholt bis das zu fertigende Bauteil generiert ist.

© Fraunhofer IAPT

Silikondruck

Der Silikondruck ist eine Sonderform der Material Extrusion. Als Ausgangswerkstoff dient ein ein- oder zwei-Komponenten Elastomere, welcher über eine Extrusionseinheit entlang der Bauteilinformation auf eine Bauplattform aufgetragen wird.

Zum Aushärten des Materials erhitzt eine Wärmelampe schichtweise das Bauteil. Je nach eingesetztem Material muss eine Nachhärtung des gesamten Bauteils erfolgen.

© Fraunhofer IAPT

Oberflächenbearbeitung für Kunststoff 3D-Druck

Die Bearbeitung von Oberflächen, etwa die Oberflächenglättung, erfolgt üblichwerweise nach dem 3D-Druck von Bauteilen aus Kunststoff. Das am Fraunhofer IAPT entwickelte Verfahren LuMEx strukturiert oder glättet die Bauteile bereits während des Drucks. Ein Post-Prozess zur Verbesserung der Oberflächen entfällt mit dem Einsatz von LuMEx.

Wie funktioniert LuMEx?

LuMEx beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von additiven Bauteilen im MEx Prozess mit einer oder mehreren integrierten Lasereinheiten zur Oberflächenglättung oder Oberflächenstrukturierung.

Der materialauftragende MEx Prozess und der materialformende bzw. materialabtragende Laserprozess werden hierbei synchronisiert und bilden einen gemeinsamen Prozessschritt.

 

Einsatzgebiete von Polymer AM

 

Kreislaufwirtschaft

Aufbau einer produkt- und technologieübergreifenden Kreislaufwirtschaft für AM Prozesse mit dem Material Polyamid 12 (PA12) mit Partnern aus der Metropolregion Hamburg.

 

AME

Additively Manufactured Electronics (AME) sind elektronische Bauteile und Produkte mit integrierten Leiterbahnen, Sensoren, Heizungen und Antennen sowie elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV).